Wenn die Anzahl der Kinder in der Bambini-Spielstunde immer weiter anwächst, dann kann man sicher sein, dass man auf jeden Fall viel richtig macht. Den Kindern macht es Spaß und sie laden ihr Freunde aus dem Kindergarten und der Schule ein. Doch so schön es auch ist, dass die Gruppe immer mehr Anklang findet, irgendwann kann man die Anzahl der Kinder nicht mehr mit der benötigten Qualität betreuen. Die Arbeit mit den Kindern wächst einem über den Kopf und man ist in einer solchen Situation angespannt und mit der eigenen Leistung und den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unzufrieden.
Damit man erst garnicht erst in eine solche Situation gerät, muss man sich frühzeitig zusätzliche Trainer, Betreuer und Helfer mit an Board holen. Nur so kann man sichergehen, dass die Bambini-Spielstunden für die Kinder und die Trainer eine entspannte Zeit ist.
Keiner hebt die Hand allein
Das Problem an der ganzen Sache ist allerdings, dass sich in den meisten Fällen niemand darum reißt, helfend beim Training tätig zu werden. So ist es oft nötig, dass man als Trainer zum Beispiel auf die Eltern zugeht und direkt darum bittet, nach dem Training einige Gerätschaften mit wegzuräumen oder bei Bambini-Spielfesten als Mannschaftsbetreuer tätig wird.
Auf die Eltern zugehen
Da man bei den Trainingsterminen nicht immer wirklich die Zeit hat mit den Eltern zu sprechen bietet es sich an, eine E-Mail an alle Eltern zu schreiben und darin zu fragen, wer sich denn vorstellen könnte, als zusätzlicher Trainer mit auf dem Platz zu stehen. Dabei gilt es gleich, eventuell aufkommende Fragen wie „Was muss ich als Trainer können?“, „Muss ich alle Regeln können?“ usw. zu beantworten und Ängste abzubauen. Der Bambini-Trainer ist ja auch eher eine Betreuungsfigur, der die Kinder in eine bestimmte Richtung lenkt und sie immer wieder motiviert und für den Sport begeistert. So bin ich am Anfang meiner Trainertätigkeit zum Beispiel völlig ohne Vorkenntnisse bezüglich des Fußballtrainings ins kalte Wasser gesprungen und habe mir dann mit der Zeit selbst immer mehr Wissen angeeignet und dann später auch Schulungen beim Badischen Fußballverband besucht und entsprechende Qualifikationen speziell für das Training mit den Kleinsten absolviert. Die ersten Trainingstermine waren durch Unsicherheit und ständige Selbstzweifel geprägt. Doch mit der Zeit wurde ich immer sicherer und auch selbstbewußter. Irgendwann erreicht man dann die Schwelle, dass man sich auf die gemeinsame Spielstunde freut, es ein gutes Gefühl ist den Kindern ein Vorbild zu sein und mit ihnen einfach zusammen Spaß hat.
Einige wenige Eltern werden für die Trainertätigkeit die Hand heben, einige mehr hoffentlich für die kleinen und doch so wahnsinnig hilfreichen Unterstützungen während des Trainings. Nach dem wir Trainer dazu eine E-Mail an die Eltern der Kinder geschrieben hatten, hat sich niemand der Eltern bei uns gemeldet. Wir fühlten uns dabei etwas komisch und allein gelassen. Umso größer war unsere Freunde, als bei der nächsten Bambini-Spielstunde Eltern einfach mit angepackt haben als es darum ging, Geräte aufzubauen oder Spielmaterial am Ende wieder aufzuräumen. Das ist echt toll!
Da wir recht viele Bambini in unserer Gruppe haben, bekommen wir für die Spielfeste eigentlich immer drei Mannschaften zusammen. Da wir bis vor kurzem nur als zweiköpfiges Trainerteam alle Aufgaben bewältigen mußten, war es immer notwenig, eine zusätzliche Betreuungsperson aus dem Kreis der Eltern zu finden. Dies war am Anfang nicht immer einfach. Doch mit der Zeit waren einige Eltern immer schneller bereit, die Betreuung einer Mannschaft zu übernehmen. Das nimmt uns Trainer mächtig viel Last von den Schultern und gibt uns auch die Sicherheit, dass wir möglichst viele Kinder mit zu Spielfesten nehmen können.
Zum Schluß möchte ich noch auf eine weitere Möglichkeit der Aufteilung der Aufgaben zu sprechen kommen: All die ganzen Sachen, die abseits der eigentlichen Bambini-Spielstunden organisiert werden müssen (Teilnahmen an Spielfesten, Bestellungen von Trikots und Trainingsanzügen, …) können auch durch Eltern erledigt werden. Da bedarf es sicher auch etwas Einarbeitungszeit. Aber wenn man einmal drin ist, sollte es gut laufen und die Trainer entlasten. Dabei schreibe ich bewußt mit „könnte“und „sollte“. Wir haben dies bei uns bisher noch nicht umgesetzt, da unser Trainerteam das alles noch ganz gut geregelt bekommt.
In diesem Sinne gibt wohl kein besseres Schlusswort als den bekannten Ausspruch von Johan Cruyff:
Alleen kan je niks, je moet het samen doen.
Artikelbild „Johan Cruyff – Adelaarstraat Utrecht“ von FaceMePLS, lizensiert unter der CC BY 2.0